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Rußrindenkrankheit – Bekämpfung der Pilzkrankheit an Ahorn-Bäumen

Nach dem Eichenprozessionsspinner und dem Borkenkäfer hat der Wald in Deutschland wieder mit einem Schädling zu kämpfen, der sich immer weiter ausbreitet und bereits einen großen wirtschaftlichen Schaden verursacht hat. Die Rußrindenkrankheit, die durch den Pilz Cryptostroma corticale (auch Coniosporium corticale) verursacht wird, befällt in erster Linie Bergahorn und stellt nicht nur für Wälder, sondern auch für den Menschen eine erhebliche Gefahr dar. Erfahren Sie hier alles über die Baumkrankheit, die Gefahren für Wald sowie Mensch und wie die Verbreitung eingedämmt werden kann.

Allgemeine Informationen im Video zusammengefasst:

Ursprung der Rußrindenkrankheit

Die Rußrindenkrankheit ist in Europa erstmals 1945 in Großbritannien aufgetaucht und wurde wahrscheinlich aus Nordamerika eingeschleppt. Seitdem konnte sie immer wieder in unterschiedlichen Ländern Europas nachgewiesen werden, in Deutschland erstmals 2005 in Baden-Württemberg. Auffällig: Die Krankheit zeigt sich in der Regel nach heißen und trockenen Sommern, so ist es nicht verwunderlich, dass der Pilz nach dem Extremsommer in 2018 nun erneut Schaden in unseren heimischen Wäldern anrichtet.

Anzeichen der Rußrindenkrankheit

Mit dem Austreten von Schleim, Rinden- und Kambium-Nekrosen beginnt das Sichtbarwerden der Pilzerkrankung. Welken die Blätter des Ahorns von oben nach unten, ist das ein Anzeichen für das Absterben des Baumes. Daraufhin löst sich die Rinde längs vom Baum und blättert ab. Zum Vorschein kommt ein dunkles Geflecht, das wirkt, als sei die Rinde schwarz gefärbt worden. Da der Baum verrußt aussieht, entstand der Name Rußrindenkrankheit. Nach dem Fällen des Baumes zeigen sich im Querschnitt deutlich dunkle blau-grünliche Verfärbungen.

Auslöser der Rußrindenkrankheit

Schuld an der Rußrindenkrankheit ist der Pilz Crytostroma corticale. Er ist ein sogenannter Schwächeparasit und befällt die Ahorn-Bäume, die aufgrund der Klimaveränderungen sowieso schon geschwächt sind. Das warme Klima der letzten Jahre, die große Hitze im Sommer und der Wassermangel versetzte die Bäume in einen Trockenstress. Dadurch wurden sie verwundbar und der Pilz konnte sich ausbreiten.

Schäden für den Wald durch die Rußrindenkrankheit

Die Rußrindenkrankheit befällt in erster Linie heimische Ahorn-Arten und findet sich am häufigsten am Berg-Ahorn, seltener an Spitz- oder Feld-Ahorn wieder. Aufgrund der vielen Sporen (rund 100-170 Millionen/cm²) kann er sich relativ einfach verbreiten. Somit sind in heimischen Wäldern Gebiete besonders gefährdet, in welchen Ahorn-Bäume relativ nah beieinander stehen. Auch Alleen werden von dem Pilz nicht verschont.

Die Folgen für den Wald sind weitreichend, denn infizierte Bäume dürfen in keiner Weise in den Handel gelangen oder weiter verarbeitet werden. Werden Spuren des Pilzes an einem Baum sichtbar, muss dieser schnellstmöglich gefällt und vernichtet werden. Dadurch mussten bereits zehntausende Bäume gerodet werden. Oft auch relativ junge Bäume, welche erst vor wenigen Jahrzehnten gepflanzt wurden. Der dadurch entstehende wirtschaftliche Schaden ist groß – mehrere hunderttausende Euro gehen verloren.

Gefahren für den Menschen durch die Rußrindenkrankheit

Doch nicht nur für den Wald ist die Rußrindenkrankheit eine große Gefahr, auch Menschen kann der Pilz enorm schaden. Denn er löst nicht nur Allergien aus, sondern führt auch zu Atemnot und Reizhusten. Da er Entzündungen der Lungenbläschen verursacht, kann er Lungenschäden erzeugen und darüber hinaus zu Fieber und Schüttelfrost führen. In der Regel gehen die Symptome der sogenannten exogenen allergischen Alveolitis nach 24 Stunden von selbst wieder zurück und Betroffene benötigen keine Behandlung durch einen Arzt. Die Krankheit, die durch den Pilz ausgelöst wird, wird auch Farmerlunge genannt, da sie in der Harz- und Baumwollindustrie häufig vorkommt.

Die Rußrindenkrankheit bekämpfen

Um die Rußrindenkrankheit zu bekämpfen, müssen infizierte Bäume in jedem Fall gefällt und entsorgt werden. Da das Fällen auch für Menschen eine Gefahr darstellt, sollten diese Arbeiten nur von einem professionellen Baumpfleger vorgenommen werden.

Um das Risiko einer Verbreitung möglichst gering zu halten, werden die Fäll- und Entsorgungsarbeiten möglichst bei feuchter Witterung durchgeführt. Außerdem setzen Profis auf bestimmte Schutzkleidung, die den gesamten Körper, also auch den Kopf, bedeckt. Unerlässlich sind auch Schutzbrille und Atemschutzmaske. Darüber hinaus werden für die Arbeiten im Wald gefährdete und infizierte Gebiete abgesperrt, sodass keine Spaziergänger oder Jogger unnötig belastet werden. Für das Baumfällen setzen Profis Maschinen ein, um das Gefährdungsrisiko für den Menschen möglichst gering zu halten.

Haben Sie die Vermutung, einen infizierten Baum entdeckt zu haben, können Sie beim Schützen der Wälder helfen, indem Sie dem Forstamt oder Ihrer zuständigen Stadtverwaltung den Fund melden. Auch Ahornbäume in Ihrem Garten sollten Sie auf eventuelle Spuren des Pilzes genauestens untersuchen und einen Experten zu Rate ziehen, wenn Sie den Verdacht einer Infizierung haben. Haben Sie Zweifel, ob Sie mit Ihrem Verdacht richtig liegen, stehen wir, als geschulte Baumgutachter, Ihnen gerne zur Seite und untersuchen Ihre Bäume auf Spuren der Rußrindenkrankheit.

Um das erneute Ausbrechen des Pilzes zu verhindern, muss für optimale Bedingungen der Ahorn-Bäume im Wald gesorgt werden. Denn nur an geschwächten Bäumen kann der Pilz solche Schäden anrichten. Regelmäßige Baumkontrollen sorgen außerdem dafür, dass Veränderungen des Baumbestands schnell auffallen und eventuelle Maßnahmen zeitig eingeleitet werden können.

Weitere Baumkrankheiten

Doch nicht nur die Rußrindenkrankheit, der Borkenkäfer und der Eichenprozessionsspinner sind Gefahren für heimische Baumarten – auch eine Reihe anderer Krankheiten können die Wälder bedrohen. So sind beispielsweise Wucherungen bzw. Baumkrebs auf jeden Fall ein Grund, einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Sie entstehen durch Pilze oder Bakterien, die Infektionen am Holz oder an der Rinde hervorrufen. Ist die Wunde groß, können betroffene Stellen absterben.

Einige Krankheiten, die Bäume ereilen können, sind in der Regel harmlos und müssen nicht behandelt werden. Dazu gehört beispielsweise der Hexenbesen (Dornenbüsche), die in der Baumkrone von Birken und Tannen zu sehen sind. Sie werden zwar durch Viren oder Pilze hervorgerufen, sind in der Regel aber nicht schädlich für den Baum. Ebenso verhält es sich mit Knollen, welche lediglich durch Pilze, Bakterien oder Insekten ausgelöste Zellwucherungen sind und dem Baum nicht schaden. Auch bei diversen Blattkrankheiten müssen Sie sich keine Sorgen machen, da diese für den Baum in der Regel ungefährlich sind. Sie treten meist in Form von weißen Überzügen oder braunen Färbungen auf und entstehen durch Nässe oder einen Pilz.

Risse im Stamm sind immer ein Anzeichen dafür, dass es dem Baum nicht gut geht. Hervorgerufen werden solche Risse durch Temperaturschwankungen oder Trockenheit, die einen sogenannten Frostriss oder Sonnenriss zur Folge haben. Geht ein solcher Riss mit einer Vitalschwäche des Baumes einher, sollten Sie diesen in jedem Fall von einem Experten untersuchen lassen. Erkennen Sie eine dunkle Flüssigkeit, die aus einem Riss im Stamm austritt, leidet Ihr Baum unter einem nässenden Riss. Dies könnte ein Anzeichen für Fäule im Inneren des Stammes sein und sollten unbedingt untersucht werden, da der Baum ansonsten absterben könnte.

Schäden am Baum durch andere Pflanzen

Der Mistelzweig ist das Symbol für ewige Liebe – wer sich darunter küsst, wird für immer gemeinsam glücklich sein. Doch an einem Baum kann die Mistel großen Schaden anrichten. Als sogenannter Halbschmarotzer bedienen sie sich nicht nur am Wasser, sondern können sich auch andere Nährstoffe beim Wirtsbaum holen. Ist der Baum stark bewachsen, kann er absterben. Ebenso wie die Mistel sind auch Pilze kein gutes Zeichen an Bäumen. Sie dringen mit ihren Pilzfäden durch Wunden des Baumes in das Innere ein und entziehen dem Baum Nährstoffe. Sind Fruchtkörper sichtbar, ist das Wachstum schon weit fortgeschritten und sollte von einem Fachmann untersucht werden. Bei holzzerstörenden Arten ist der Baum gefährdet und kann absterben. Achten Sie vor allem in den Wintermonaten auf den Rotpustelpilz – ein Wundparasit, der durch Wunden in Bäumen eindringen kann. Tückisch an ihm ist, dass dieser von krankem auf gesundes Holz übergreifen kann und sich so ausbreitet. Tritt an einem Ihrer Bäume solch ein Rotpustelpilz auf, sollten Sie das befallene Gewebe sofort zurückschneiden.

Baumschäden durch Tiere

Neben Krankheiten, die durch Pilze oder Bakterien verursacht werden, können auch Tiere allerhand Schaden an Bäumen verursachen. Zu den harmlosen Belastungen für einen Baum zählen hierzu zum Beispiel Blattläuse. Sie können jeden Baum befallen und ernähren sich vom Pflanzensaft der Blätter. Am Baum selbst richten sie allerdings keinen großen Schaden an, sodass eine Untersuchung durch den Spezialisten nicht nötig ist. Ebenso verhält es sich mit Gallen, die durch Gallmilben oder Gallwespen verursacht werden, dem Baum aber eigentlich nicht schaden können. Die kugelförmigen Geschwülste zeigen sich nicht nur an Blättern, sondern können auch an Trieben, Blüten oder Knospen auftreten. Viele Insekten ernähren sich von Blättern, sodass sie große Teile der Blattmasse eines Baumes vernichten. In der Regel kann ein Baum die Blattfraß-Belastung aushalten, solange es die Ausnahme bleibt und nicht jedes Jahr aufs Neue auftritt.

Doch nicht jedes Tier ist ungefährlich für einen Baum – einige Lebewesen können im Wald einen großen Schaden anrichten. So sind Ameisen beispielsweise dann gefährlich, wenn sie vermehrt am Fuße des Baumes zu finden sind. Ist Bohrmehl am Stamm sichtbar, haben die Ameisen ihr Nest höchstwahrscheinlich in einer Höhlung des Baumes gebaut. Dadurch kann die Standsicherheit des Baumes gefährdet sein, sodass Sie den Grad der Schädigung am Baum untersuchen lassen sollten. Vorsicht ist auch bei Milben geboten: Sie zerstören Knospen und Blätter von Bäumen, indem sie sie aussaugen und so ein Welken des Grüns verursachen. Da der Baum dadurch stark geschwächt wird, sollten Sie dies von einem Fachmann überprüfen lassen. Nicht zuletzt geht für Bäume auch eine große Gefahr von holzzerstörenden Insekten aus. Da die Larven dieser Insekten die Rinde und den Holzkern zerstören können, schaffen sie Pilzen die perfekte Gelegenheit zum Eindringen in den Baum.

Baumkrankheiten erkennen

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Zusammenfassung

Die Rußrindenkrankheit befällt in erster Linie den Bergahorn und tötet die durch heiße Sommer geschwächten Bäume. Der für die Krankheit verantwortliche Pilz wird Cryptostroma genannt und zeigt sich durch eine schwarze Verfärbung unter der Rinde am Stamm des Baumes, wodurch sich der Name Rußrindenkrankheit etablierte. Da der Pilz auch für den Menschen gefährlich werden kann, sollten Sie Waldspaziergänge mit Vorsicht genießen und bei Verdacht auf jeden Fall schnellstmöglich das Forstamt oder einen Experten informieren.

Doch nicht nur durch die Rußrindenkrankheit entstehen Gefahren für Ihren Baumbestand – auch andere Krankheiten, Tiere oder Pilze bzw. Bakterien können Ihren Bäumen schaden. Möchten Sie Ihre Bäume in gesundem und vitalem Zustand wissen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und nutzen Sie unseren umfassenden Service zum günstigen Preis. Wir beraten und betreuen Sie nicht nur kompetent in Sachen Baumgesundheit, sondern kümmern uns auch gerne um die notwendige Baumpflege, Fällungen, Kronensicherung, Baumpflanzungen und vieles Weitere. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt zu uns auf! Sie erreichen uns telefonisch unter der 09561 / 42 09 53 oder per Mail an: info@herr-gmbh.eu.

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2019-04-11T10:11:24+00:00 11. April 2019|0 Kommentare